Arbeitsweise

Ich bin eine Berliner Künstlerin im Bereich Malerei und Zeichnung. Das klassische Genre der Portraitmalerei wird durch die Verwendung von Collagen und Stickerei von mir ergänzt.
Die Stickerei wird als typisch weibliches Klischee von mir genau aus diesem Grund in die Kunst erhoben und ist als ironisches Element meiner Arbeit zu verstehen. Ich verberge meine Rolle nicht.
Die Collage ist eine Verbundenheit zu meiner zweiten Heimat. Ich verwende ausschließlich Bonbonpapier aus dem Ostblock. Diese spezielle Ästhetik ist Teil meiner Herkunft. Mein Vater ist aus Bosnien-Herzegowina. Gleichzeitig verwende ich dieses spezielle Papier symbolisch als etwas Besonderes, schwer zu erlangendes kostbares überteuertes Material der Werbeindustrie. Es dient mir als Verweis auf unsere aktuelle kulturelle Entwicklung.



Arbeitsinhalte

„Ist das Gesicht schon von sich aus ein Zeichen, so steht es auch für all das ein, was wir ihm zuschreiben, und schließlich für dasjenige, was es uns verbirgt“(Jean-Claude Schmitt).
Die Auseinandersetzung mit dem menschlichen Gesicht ist auch immer die mit einer Maske hinter der wir unsere wahre Identität verbergen. Gesichter verhalten sich meist als Rollenmasken, um von der Gesellschaft akzeptiert zu werden und spielen die Rolle, die man von dem Träger erwartet. Dieses Rollengesicht bietet dem Träger eine soziale Identität und den Schutz einer Maske.
Dieses Selbstverständnis beginne ich zu hinterfragen, indem ich nicht nur die Maske, sondern die Rolle des Menschen in den Mittelpunkt meiner künstlerischen Auseinandersetzung stelle. Ich verstehe mich als Portraitkünstlerin. Auch wenn ich zurzeit kein physiologisch korrektes menschliches Portrait abbilde. Darum geht es mir nicht. Mir geht es vielmehr um das, was das Gesicht hinter seiner Maske verbirgt und um das, was es nach außen zeigt. Der Blick hinter und auf die Maske bestimmt mein derzeitiges Schaffen. Inspiriert werde ich, wenn ich durch die Berliner Straßen laufe. So wandert mein Blick weniger in die Auslagen der Geschäfte, als vielmehr auf die Menschen, die sich in unserer Stadt bewegen. Das Gefühl eines Voyeurs begleitet mich bei diesen Beobachtungen. Erscheinung, Haltung, Gestik – alles spielt eine Rolle bei dem Schauspiel auf den Straßen der Stadt. Diese Inspiration nehme ich mit in mein Atelier in Berlin und lasse sie in meine Arbeiten einfließen.
Die Tiere stehen symbolisch für den Menschen. Über sie gelingt es mir von der Wiedererkennbarkeit des menschlichen Gesichts auf die Maske zu verweisen, die wir im Erwachsenenalter beginnen einzunehmen. Die optische Gleichstellung von Mensch und Tier ist eine Diskussion der Wahrnehmung der gesellschaftlichen und sozialen Rolle vom Menschen und seines unbekannten Wesens.
Meine Arbeiten werden getragen von einem Spannungsfeld der Ironie, Groteske und sozialen Realität unserer Gesellschaft. So verstehe ich das Portrait als Zeichen von Identität, als Träger von Ausdruck und vor allem als Ort einer Repräsentation im wörtlichen Sinn als Abbildung ebenso wie im symbolischen Sinn einer Stellvertretung.